Startschuss für Landesseniorenpass gefallen

Landespolitik

SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel: „Wir schaffen so landesweit ein attraktives Angebot, das älteren Menschen mit geringen Einkünften die kulturelle Teilhabe erleichtern kann“

Der Startschuss für die Einführung eines Landesseniorenpasses in Baden-Württemberg ist gefallen. Sozialministerin Katrin Altpeter bekam von der Landesregierung den Auftrag, ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Der Anstoß für einen Landesseniorenpass stammt von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel, der seine Zufriedenheit über den eingeschlagenen Weg zum Ausdruck brachte.

 

„Wir schaffen so landesweit ein attraktives Angebot, das älteren Menschen mit geringen Einkünften die kulturelle Teilhabe erleichtern kann“, sagte Schmiedel. Geplant sei vergünstigter oder gar kostenloser Eintritt zu Freizeitangeboten, ähnlich wie dies auch für bestimmte Bezugsgruppen bereits beim Landesfamilienpass gelte.

 

Eine nicht unbedeutende Gruppe von älteren Personen in Baden-Württemberg sei wegen Geldmangel von elementaren körperlichen, geistigen und sozialen Aktivitäten ausgeschlossen. Ursache für geringe Einkünfte seien häufig längere Krankheiten, Behinderungen, aber auch unstete Erwerbsverläufe, lange Kindererziehungszeiten ohne Rentenansprüche oder auch eine frühere Erwerbstätigkeit im Niedriglohnsektor.

 

Für diese Seniorinnen und Senioren soll der Landesseniorenpass sozial-kulturelle Armut vermeiden helfen, etwa durch ermäßigten oder kostenlosen Eintritt in den landeseigenen Museen, Schlössern und Gärten wie auch in bestimmten privaten Freizeiteinrichtungen. „Die Angebote würden nahe bei denen liegen, wie sie auch jetzt schon beim Landesfamilienpass für bestimmte Familien gelten“, erläuterte Schmiedel.

 

Der SPD-Fraktionschef hatte wegen einer Beteiligung an der Vergünstigungszusage bei einem Landesseniorenpass zahlreiche privat geführte Freizeitstätten angeschrieben. „Inzwischen liegt mir ein ganzer Berg an Zusagen oder zumindest Interessensbekundungen vor“, freut sich Schmiedel. Beispielhaft nannte er den Europapark Rust, den Erlebnispark Tripsdrill und die Gartenschau Blühendes Barock. Schmiedel zeigte sich davon überzeugt, dass die Gewährung von Rabatt beim Vorzeigen des Landesseniorenpasses nicht zwangsläufig ein Verlustgeschäft bedeuten müsse, sondern unter dem Strich sogar zusätzliche Gäste anlocken könnte.

 

Als Abgrenzungskriterium seien ein Lebensalter von mindestens 63 Jahre sowie der Bezug von Grundsicherung im Alter oder Wohngeld vorgesehen. Insgesamt könne man von rund 83.000 potenziell anspruchsberechtigten Personen ausgehen. Er sei froh, betonte Schmiedel, dass Sozialministerin Altpeter nun in die Umsetzung gehen und die erforderlichen Gespräche mit dem Gemeinde- und Städtetag aufnehmen könne, nicht zuletzt über finanzielle Aspekte. Auch der Landesseniorenrat müsse in die Konzepterstellung mit eingebunden werden.

 

„Es geht beim Landesseniorenpass schlicht um ein Stück mehr gesellschaftliche Teilhabe für arme Menschen, die sonst außen vor bleiben und im Alter deshalb häufig vereinsamen“, erklärte Schmiedel.

 

 

Hintergrund:

Die Landesregierung Baden-Württemberg will in der Politik für ältere Menschen einen Perspektivenwechsel herbeiführen: Das Alter soll nicht nur als Lebensphase voller Sorgen und Hilfebedürftigkeit begriffen werden – der Blick soll vielmehr auf die Fähigkeiten von älteren und alten Menschen gerichtet werden. Mit dem „Kompass Seniorenpolitik“ hat das Sozialministerium gemeinsam mit den anderen Ministerien des Landes das entsprechende Gesamtkonzept erarbeitet.

Der „Kompass Seniorenpolitik“ enthält 12 seniorenpolitische Leitgedanken und behandelt 6 Handlungsfelder (Altersbilder, Selbstbestimmung, Mobilität, Engagement, Gesundheit und Sicherheit). In diesen Kapiteln werden nach einer Darstellung der aktuellen Lage und der Herausforderungen für Gegenwart und Zukunft die Ziele der Landesregierung formuliert. Anschließend ist zusammengefasst, welche Maßnahmen die Regierung in jüngster Zeit ergriffen hat, um diese Ziele zu verwirklichen. Am Ende sind wichtige Ziele und Maßnahmen in den 6 Handlungsfeldern zusammenfassend dargestellt.

Der „Kompass Seniorenpolitik“ kann hier heruntergeladen werden.

 

 
 

 

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