Fragen und Antworten zum Bildungsplan 2016

Landespolitik

Fragen und Antworten zur Reform des Bildungsplans

Bei der Diskussion mit Kultusminister Andreas Stoch am 19. November in Ettlingen waren einige Fragen noch offen geblieben.. Diese Fragen hat der Minister im Nachgang schriftlich beantwortet und über die Abgeordnete Anneke Graner den Fragestellern zukommen lassen. Weil das Thema vielleicht auch andere interessiert, hier die Fragen und die Antworten des Ministers.

Noch mehr Informationen zum Bildungsplan gibt es unter http://www.kultusportal-bw.de/,Lde/Startseite/schulebw/bildungsplanreform

Bildungsplanreform 2016

1. Warum werden (immer noch) einstündige Fächer angeboten? – Dies ist pädagogisch doch gar nicht sinnvoll!

Um die Durchlässigkeit zwischen den Schularten zu erhöhen und die fachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken, werden die bisherigen schulartspezifischen Fächerverbünde zugunsten der Einzelfächer weiterentwickelt. Kontingentstundentafeln legen fest, welche Fächer unterrichtet werden sollen und bestimmen die Stundenzahl, mit welcher das Fach im jeweiligen Bildungsgang unterrichtet wird. Schulen können hierdurch gemäß den jeweiligen Erfordernissen in eigner Verantwortung die Verteilung der Stunden über die gesamt Schulzeit festlegen und so Schwerpunkte setzen.

Die organisatorische Umsetzung kann sehr unterschiedlich erfolgen und bleibt aufgrund der verschiedenartigen schulischen Gegebenheiten vor Ort der pädagogischen Gestaltungsfreiheit der jeweiligen Schule vorbehalten. Der Unterricht in einstündigen Fächern bietet dabei nur eine unter verschiedenen organisatorischen Varianten. Denkbare und sehr verbreitete Umsetzungsformen sind z. B. Doppelstundenmodelle sowie projektbezogener oder epochaler Unterricht.

 

2. Warum startet der Bildungsplan gleichzeitig in zwei Jahrgängen? – Dies bringt Übergangsprobleme mit sich!

Im Schuljahr 2016/2017 wird in den Klassen 1 und 2 der Grundschule sowie in den Klassen 5 und 6 der allgemein bildenden weiterführenden Schulen der neue Bildungsplan in Kraft treten. Der Bildungsplan wird dann in den folgenden Jahren kontinuierlich jeweils eine Klassenstufe „hochwachsen“, bis er sich im Schuljahr 2023/2024 über alle Klassenstufen erstreckt. Die Erfahrungen bei der Einführung der Bildungspläne 2004 zeigen, dass dieses Vorgehen bei der Implementierung aus pädagogischen und organisatorischen Gründen sinnvoll ist.

Die Umsetzung der notwendigen inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklungen ist für die Sicherung eines zukunftsfähigen baden-württembergischen Bildungssystems unerlässlich. Den Schulen steht zum Start der Bildungsplanreform ein umfassendes und differenziertes Unterstützungssystem für eine nachhaltige Einführung zur Verfügung. Die Angebote werden so entwickelt, dass sie zum Bedarf entlang des Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesses der Schulen passen und die Implementierung begleiten.

 

 
 

 

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