Wie geht es unseren Kitas?

Wahlkreis

Um sich ein Bild vor Ort zu machen, besuchte die Landtagsabgeordnete Anneke Graner am Montag, den 15.02.2016, die AWO Bewegungs-Kindertagesstätte „Regenbogen" in Ettlingen.

 

Bei einem intensiven Gespräch mit dem Leitungsteam um Kristina Asché ging es sowohl um allgemeine Probleme, vor denen die Kitas in Baden-Württemberg stehen, als auch um die konkreten Bedürfnisse der Kita „Regenbogen". Wie auch für viele andere Kitas ist die personelle Ausstattung eine immer größer werdende Herausforderung. Es ist momentan sehr schwierig, neues Personal zu finden.

Mit der neuen Ausbildungsform „PIA“, einer praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher, steuert die grün-rote Landesregierung dem Personalmangel entgegen und bietet Interessierten die Möglichkeit, sich sowohl theoretisch als auch sehr praxisnah ausbilden zu lassen. Auch in Ettlingen sind zwischenzeitlich diverse PIA-Plätze geschaffen worden. In der Fachschule gelerntes Fachwissen kann direkt in der Kita in die Praxis umgesetzt werden.

 

Eine strukturelle Herausforderung ist für die Einrichtungen, dass Ü3-Kindergärten bevorzugt Kinder aus den eigenen Krippen nehmen. Wollen Eltern ihr Kleinkind (unter drei Jahren) lieber von einer Tagesmutter betreuen lassen, haben diese Kinder somit später schlechtere Chancen auf einen Platz im Kindergarten. Dies führt zu einer Einschränkung der Wahlfreiheit. Frau Graner sagte zu, diesen Punkt auf ihre Agenda zu nehmen.

Ein weiteres Thema war, dass manche Eltern leider oftmals vergessen, dass eine Kita zwar familienergänzend, jedoch nicht familienersetzend sein kann. Der Leistungsdruck, der von Hause aus auf manche Kinder ausgeübt wird, ist vom ersten Tag in der Kita an oftmals sehr hoch, weil man befürchtet, dass aus einem Kind nichts werden kann, wenn es keine  ständige Förderung bekommt. Da bleibt zum Spielen und Entspannen leider viel zu wenig Zeit.

 

Die Tatsache, dass beruflicher Druck immer weiter ansteigt, führt vermehrt dazu, dass immer häufiger kranke Kinder in die Einrichtungen gebracht werden, aus Angst, Nachteile im Job zu haben, wenn man wegen der Kleinen daheim bleibt. Das schadet natürlich den anderen Kindern und den Erzieherinnen. Eine mögliche Lösung könnte die Einführung einer Impfpflicht für Kindergartenkinder bringen.

 

Weitere Gesprächsthemen waren das Bild der Erzieherin und deren damit verbundene gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung. Auch die immer wieder vorgebrachte Forderung nach einer stärkeren Akademisierung des Erzieherinnenberufs wurde thematisiert und kritisch bewertet. 

 

Sehr angetan zeigte sich Frau Graner vom Konzept des „Regenbogens". Besonders die vielfältigen Angebote, von Yoga- bis zu Tier- und Waldpädagogik begrüßte sie sehr. Auch die Tatsache, dass der "Regenbogen" einer der wenigen zertifizierten Bewegungskindergärten in Baden-Württemberg ist und sich seinerzeit als erste Ettlingen Einrichtung zum "Haus der kleinen Forscher" hatte ausbilden lassen, fand sie sehr beeindruckend. 

 

Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten des "Regenbogen" schloss den sehr gelungenen Abend ab.

 
 

 

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